Zu Hause ist es doch am schönsten

Dass die Damen des USV TU Dresden zu Hause in der Energieverbund Arena eine Bank sind, haben in den letzten zwei Saisons schon viele Mannschaften zu spüren bekommen. An diesem Wochenende war die Hoffnung jedoch besonders groß, dass nach zuletzt zwei Niederlagen die heimische Halle wieder zum Sieg verhelfen könnte. Zwei wichtige Punkte im Kampf um den Nichtabstieg sollten gegen den direkten Ligakonkurrenten vom HC Sachsen Neustadt-Sebnitz eingefahren werden.

Beide Mannschaften kennen sich gut. Neben einigen Partien die bereits gegeneinander bestritten wurden, standen gleich drei Spielerinnen beim USV auf der Platte, die früher mal in Neustadt tätig waren. Rebeca Cembranos Bruzon, Isabell Härtel und Jenny Kolewa begrüßten ihre ehemaligen Mannschaftskameradinnen herzlich. Jedoch war klar, dass man sich auf dem Spielfeld nichts schenken würde.

Die Damen vom USV starteten wie zuletzt mit ihren zwei hochgewachsenen Rückraumschützinnen Andrea Leben und Johanna Löser sowie der quirligen Nadine Seidel im Aufbau. Auf den Außenpositionen konnte man sich wie immer auf Jennifer Lippmann und Alexandra Horn verlassen, die wie die letzten Wochen zuvor, wieder über 60 Minuten gingen, da die Verletzung von Katja Kotzauer leider noch nicht überstanden ist. Am Kreis kam Isabell Härtel zum Einsatz und im Tor Maria Puskas.

Das Spiel begann ausgeglichen. Beide Mannschaften brauchten etwas Zeit, um sich zu finden und so kam es in der ersten Viertelstunde zu einigen Ballverlusten auf beiden Seiten. Die Dresdnerinnen taten sich mit der offensiven Deckung der Gegnerinnen schwer und fanden keinen richtigen Spielrythmus. 3:3, 4:6 und 6:7 lauteten die Zwischenstände. Nach 15 Minuten reagierte das Trainerteam des USV und veränderte die Taktik. Mit Jenny Kolewa und Rebeca Cembranos Bruzon kamen zwei Spielerinnen ins Spiel, die vor allem im 1 gegen 1 ihre Stärken haben und so, die sich aus der hochstehenden Abwehr ergebenden Räume, besser nutzen sollten. Dieser Plan ging auch auf. Bis zur Halbzeit konnte sich das Team immerhin mit drei Toren absetzen und ging mit einem 16:13 in die Kabine.

Leider schaffte es das Team zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht, den Schwung mitzunehmen und gerieten sogar Hintertreffen. Der HC Sachsen gelang es bis zur 45 Minute durch schnelles Spiel immer wieder vorzulegen. Jedoch blieben die Dresdnerinnen immer in Schlagweite und konnten das Spiel zum zweiten Mal drehen. 18:20, 21:23, 25:25, 28:26 und am Ende 34:30 war der Verlauf des Krimis, den die Spielerinnen auf die Platte brachten. Vielleicht war es kein Spiel für Handballästhetiker, aber für die, die Kampf und Wille honorieren. So sah es auch USV Trainer Andreas Lemke: „Dank unserer individuellen Stärke, der geballten Erfahrung und der Kreativität unserer Spielerinnen haben wir gewonnen. Unser noch fehlendes Zusammenspiel machte es in einigen Situationen schwer, schnell auf die Offensive Abwehr zu reagieren. Großen Respekt habe ich heute vor der Leistung des Teams. Jede Spielerinn hat alles Mögliche gegeben und clever agiert. Ich freue mich auf die Zeit, wenn wir richtig eingespielt sind.“

Es spielten: Schmidt, Puskas (Tor), Semeradt, Kötter (2), Kolewa (7/1), Horn (3), Leben (6/3), Lippmann (7), Löser (3), Cembranos Bruzon (5/1), Seidel (1)