Wachsfrei-Auswärtssieg

Warum brauchen Handballer Harz? Das fragen sich viele Außenstehende, die zum ersten Mal ein Handballspiel besuchen. Das klebrige Hilfsmittel, dass viele verschiedene Namen trägt - zum Beispiel Kleber, Klister, Backe oder auch Patte - unterstützt die Spieler beim Fangen und auch Werfen des runden Leders. Harz ist für Handballer wie Stollenschuhe für Fußballer oder Magnesia für Turner. Und jeder, der schon einmal mit verschwitzten Händen versucht hat, einen Handball sicher zu fangen und platziert und scharf zu werfen, wird wissen, dass dies durchaus seine Tücken hat. Vor allem für diejenigen unter uns, die nicht mit Händen so groß wie Klodeckeln ausgestattet sind.

In einigen sächsischen Hallen ist Haftmittel trotz dessen verboten. Denn unbestritten hinterlässt es bleibende Spuren am Hallenboden und überall dort, wo so ein Ball schon einmal rumfliegen kann. Und so mussten sich auch die Damen des USV TU Dresden an diesem Wochenende mal wieder darauf einstellen, ohne den kleinen Helfer im Auswärtsspiel beim SSV Heidenau zurecht zu kommen. Dafür wurde die Woche über schon das Harz aus dem Training verbannt. Die Vorfreude der Spielerinnen auf das Spiel hat dies nicht gerade positiv beeinflusst. Doch die Motivation die Heidenauerinnen auch in heimischer Halle zu bezwingen, hat darunter nicht gelitten. Und so Begann ein kämpferisches Spiel, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. 1:1, 3:3, 7:7, 9:9 – der Spielverlauf macht es deutlich: Beide Teams spielten über eine sehr lange Zeit auf Augenhöhe. Zwei Mal schafften es die Damen des SSV, sich mit zwei Toren abzusetzen. Dies holten die Dresdnerinnen jedoch schnell auf und gingen mit einem Tor Vorsprung (14:15) in die Halbzeitpause.

Wenn man sich die Tabellensituation vor dem Spiel angeschaut hat – TU Dresden platz 4 und der SSV Heidenau Platz 11 – hätte man sich sicherlich einen deutlicheren Zwischenstand gewünscht. Doch jedes Match muss erst einmal gespielt werden und dieses Motto merkte man den Gastgeberinnen an. Sie waren fest entschlossen, bis zum Schluss zu kämpfen. Besonders Sandra Schmidt auf der linken Aufbauposition und Diana Sommer auf der linken Außenbahn schafften im es immer wieder durch die Abwehr der Dresdnerinnen durchzubrechen. Lange Zeit taten sich die TU-Damen schwer, das richtige Gegenmittel zu finden. Und so gestaltete sich auch die zweite Halbzeit als sehr spannend. Erst fünf Minuten vor Spielende schienen die Kräfte der Gastgeberinnen nachzulassen. Der USV schaffte es in dieser Phase erstmals mit 23:25 in Führung zu gehen. In der „Crunch Time“ der Partie spielten die TU-Damen sehr clever und diszipliniert und gewannen am Ende mit 25:30. Ein Sieg, der nach dem Spielverlauf vielleicht etwas zu hoch ausfällt. Den Dresdnerinnen soll es jedoch recht sein, denn die Abstände in der Gesamtwertung sind so gering, dass am Ende auch das Torverhältnis entscheidend sein kann.

Aufgrund der Winterferien haben die TU-Damen nun erst einmal drei Wochen spielfrei, die hoffentlich die verletzten Spielerinnen nutzen können, um danach wieder aktiv am Spielgeschehen teilnehmen zu können. Am 24. Februar erwarten die Dresdnerinnen dann die HSG Rückmarsdorf. Im Hinspiel mussten sich die Damen deutlich mit zehn Toren geschlagen geben, übrigens auch ein Spiel ohne Harz, sodass hier eine offene Rechnung beglichen werden sollte.

Es spielten: Puskas (Tor), Semeradt, Kötter (4), Kolewa (5/1), Kotzauer (6), Horn (2), Leben (6/3), Löser (2), Cembranos Bruzon (2), Seidel (3)